Der Inhalt im Überblick

Anregungen für Eltern

Wir wollen Ihnen im Rahmen dieses Leitfadens für Veranstalter neben Informationen zur Planung und Durchführung ihrer Veranstaltung auch ein paar Tipps für Eltern im Umgang mit ihren minderjährigen Kindern an die Hand geben, die riskantes Verhalten im Umgang mit Alkohol zeigen.  Diese Tipps sollen für Eltern eine Unterstützung darstellen, damit sie entsprechende Situationen mit Ihrem Kind zusammen meistern und einer Wiederholung entgegenwirken können. Außerdem finden Sie hier Adressen von Beratungsstellen vor Ort.

 


In den letzten Jahren hat der riskante Alkoholkonsum von Kindern und Jugendlichen deutlich zugenommen. Auch im Ostallgäu werden zunehmend Kinder und Jugendliche in stark alkoholisiertem Zustand in der Öffentlichkeit angetroffen. In gleicher Weise steigt die Anzahl derer, die stationär wegen Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt werden müssen.

 

 

„Von der Party in die Notaufnahme“  -  Ein Ratgeber für Eltern

 

 

Reden Sie mit Ihrem Kind!

  • Zunächst ist es wichtig, mit Ihrem Kind zeitnah ins Gespräch zu kommen. Bleiben Sie ruhig, reagieren Sie nicht panisch oder wütend. Hören Sie ihrem Kind zu und lassen Sie es aussprechen.
  • Vemeiden Sie Vorwürfe und voreilige Diagnosen.
  • Formulieren Sie stattdessen Ihre Sorgen und Ihre Haltung gegenüber dem Alkoholkonsum Ihres Kindes.
  • Erklären Sie, weshalb Alkohol schlecht für Ihr Kind ist. Der jugendliche Körper befindet sich noch in der Entwicklung, deshalb ist das Risiko für gesundheitliche Schädigung und eine Beeinträchtigung der Gehirnreifung besonders hoch. Übermäßiger Alkoholkonsum führt bei Jugendlichen auch schneller zu einer Abhängigkeit, da der jugendliche Körper sich schneller an den Alkohol gewöhnt. 
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  • Vielleicht hat Ihr Sohn/Ihre Tochter Probleme und greift deswegen zum Alkohol. Fragen Sie deshalb nach den Gründen für den übermäßigen Alkoholkonsum. z.B. „In welchen Situationen trinkst Du und wie fühlst Du dich dabei?“

    Sie sollten die Probleme Ihres Kindes nicht ignorieren, sondern ernst nehmen. Auch wenn die Probleme Ihres Kindes unverständlich erscheinen, sind diese für Ihren Sohn/Ihre Tochter von großer Bedeutung.

  • Geben Sie Ihrem Kind zuverlässige Informationen über Alkohol und verzichten Sie auf moralisierende Predigten.
    Fragen Sie Ihr Kind, was es über die Risiken und Wirkungen von Alkoholkonsum weiß und klären Sie Ihren Sohn/Ihre Tochter darüber auf. Sprechen Sie offen und selbstkritisch eigene Erfahrungen mit Alkohol an.

 


Wie verhalte ich mich angemessen?

  • Bewahren Sie Ruhe: Das Austesten der eigenen und gesetzlichen Grenzen im Jugendalter gehört zum Erwachsenwerden dazu.
  • Denken Sie an Ihre eigene Jugend. Ein übermäßiger Alkoholkonsum ist allerdings gesundheitsschädlich und sollte deshalb nicht toleriert werden.
  • Zeigen Sie Grenzen auf: Haben Sie keine Angst davor, dass Sie Wünsche und Bitten bezüglich Alkoholkonsum Ihres Kindes nicht erfüllen können. Ihr Kind braucht besonders in der Pubertät Grenzen, damit es lernen kann, mit diesen verantwortungsvoll umzugehen.
  • Besprechen Sie vorher mit Ihrem Kind, welche Sanktionen bei Regelverletzungen folgen werden. Wichtig ist hierbei, dass Sie konsequent bleiben und angedrohte Sanktionen durchsetzen. Die Sanktionen sollten altersangemessen und nicht überzogen sein.
  • Loben Sie Ihr Kind, wenn es Regeln einhält und Einsatz zeigt.
  • Ermutigen Sie es weiterzumachen, z.B. „Ich finde es toll, wie Du dich an unsere Regeln hältst.“ Ermutigen Sie es weiterzumachen.

 

Keine Beschaffung von Alkohol: Beauftragen Sie Ihr Kind niemals, Alkohol für Sie zu kaufen oder zu Ihnen zu bringen. Beschaffen Sie keinen Alkohol für die Geburtstagsfeier Ihres Kindes oder als Mitbringsel für eine Einladung zu Freunden.


Rahmenbedingungen für das Trinkverhalten vereinbaren: Setzen Sie sich mit Ihrer Tochter/Ihrem Sohn zusammen und vereinbaren Sie Regeln für den Alkoholkonsum. Diese sollten dem Alter Ihres Kindes angemessen sein.

 


Die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes sind in der Öffentlichkeit zu beachten. Kein Alkohol unter 16 Jahren, keine branntweinhaltigen Getränke unter 18 Jahren.


Co-Abhängigkeit: Unterstützen Sie Ihr Kind nicht beim Ausreden erfinden, wenn es ihm/ihr nach einem Rausch schlecht geht. Ihr Kind soll lernen, dass sein Verhalten Konsequenzen hat.

 


Seien Sie ein Vorbild: Denken Sie über Ihren eigenen Alkoholkonsum nach. Dies bedeutet nicht, dass Sie auf Alkohol verzichten müssen. Wenn Alkohol jedoch in Ihrem Familienalltag eine große Rolle einnimmt, sollten Sie dies ändern. Hilfe können Sie ggf. bei den Beratungsstellen suchen.

 


Zukunftsperspektiven stärken: Ermutigen Sie Ihr Kind, sich eigene Ziele zu setzen und unterstützen Sie es auf seinem Weg, z.B. beim Bewerben, bei Hobbys. Loben Sie bei guten Leistungen.

 


Freundeskreis: Zeigen Sie Interesse am Freundeskreis Ihres Kindes, z.B. Einladen und Kennenlernen der Freunde. Vermeiden Sie negative Äußerungen über die Freunde Ihres Sohnes/Ihrer Tochter. Ihr Kind könnte diese als Angriff auf seine Persönlichkeit sehen und den Kontakt zu Ihnen ablehnen. Sprechen Sie jedoch an, welche Verhaltensweisen Sie nicht gut finden.

 


Alkohol hat eine enthemmende Wirkung: Reden Sie mit Ihrer Tochter über die Gefahren und Folgen von Sexualität. Mädchen vergessen in alkoholisiertem Zustand manchmal, sich mit einem Kondom vor sexuell übertragbaren Krankheiten oder einer Schwangerschaft zu schützen.


Klären Sie Ihren Sohn darüber auf, dass ein Zusammenhang von Alkoholkonsum und straffälligem Verhalten besteht. Vor allem kann die Gewaltbereitschaft in alkoholisiertem Zustand stark zunehmen. Sprechen Sie mit Ihrem Sohn auch über die Gefahren und Folgen ungeschützten Geschlechtsverkehrs und über Risiken im Straßenverkehr.


Sie haben Bedenken, ob noch alles in Ordnung ist und ob Sie die Sache im Griff haben? Dann wenden Sie sich bitte an:

  • Psychosoziale Beratungsstelle für Suchtkranke und -gefährdete
    Caritasverband e.V.
    Alleeweg 8, 87600 Kaufbeuren
    Tel.  0 83 41 - 9 71-217
  • Erziehungs-, Jugend und Familienberatungsstelle
    Katholische Jugendfürsorge e.V.
    Meichelbeckstraße 7, 87616 Marktoberdorf
    Tel.  0 83 42 - 98 134
  • Landratsamt Ostallgäu
  • Gesundheitsamt
  • Schwabenstraße 11, 87616 Marktoberdorf,
    Tel.  0 83 42  - 9 11-623

 

 

Kontakt

Landratsamt Ostallgäu
Jugendamt 

Frau Fichtl

Tel.: 08342 911-129
Fax: 08342 911-501
 
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